Island: Erneut Warnung vor Vulkanausbruch
Nov 8th, 2010 | By admin | Category: Aktuelles, EuropaNur etwa ein halbes Jahr ist es her, dass der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausgebrochen ist und durch seinen Wochen langen Asche-Ausstoß weite Teile des europäischen Flugverkehrs lahmgelegt hat. Kaum sind die Klagen der Airlines über die Umsatzeinbrüche am Jahresanfang abgeebbt, melden Wissenschaftler bereits die nächsten Anzeichen für einen Ausbruch auf der im Nordatlantik gelegenen Insel: Diesmal ist der tief unter einem Gletscher verborgene Vulkan Grimsvötn betroffen.
Die mit dem Schutz der Bevölkerung bei Vulkanausbrüchen beauftragte Kommission der isländischen Regierung hat bereits vor einiger Zeit einen verstärkten Jökulhlaup (deutsch: Gletscherlauf) festgestellt: So nennt man den Austritt von Wasser aus dem unter der Eisdecke des Gletschers liegenden See, der den Krater des Grimsvötn füllt. Dabei bahnen sich die Wassermassen ihren Weg durch das Eis, um dann – oft an völlig unterschiedlichen Stellen – aus dem Gletscher auszutreten und sich in ein vorhandenes Flussbett zu ergießen. In den vergangenen Jahren hat dieses Phänomen bereits zu Überschwemmungen oder zum Einsturz von Brücken geführt. Wie aktuelle Messungen der elektrischen Leitfähigkeit des Wassers vermuten lassen, enthält der bereits um das Zehnfache angewachsene Fluss Gígja seit Kurzem auch geothermale Flüssigkeiten. Zusammen mit den ebenfalls in letzter Zeit immer häufiger festgestellten seismischen Aktivitäten rund um den Grimsvötn, ist ein Ausbruch des Vulkans mittlerweile zumindest nicht mehr auszuschließen.
Ob und inwieweit eine neue Aschewolke den Himmel über Island und Europa zu bedecken droht, ist aktuell noch nicht abzusehen. Wie Spiegel Online berichtet, könnte ein Ausbruch des Grimsvötn jedoch auch eine Eruption des weitaus angsteinflößenderen Vulkans Laki verursachen, der in den Jahren 1783 und 1784 während einer achtmonatigen Ausbruchsphase eine Klimakatastrophe mit Auswirkungen auf weite Teile der Welt verursacht hat.