Tunesien-Reisen bis Februar abgesagt

Jan 18th, 2011 | By admin | Category: Allgemein

Seit Wochen wird die nordafrikanische Republik Tunesien von schweren Unruhen erschüttert. Nachdem die öffentlichen Proteste gegen die hohe Arbeitslosigkeit im Land kürzlich auch die generelle Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Regime von Zine el-Abidine Ben Ali zutage förderte, ist die Lage vor einigen Tagen eskaliert. Der Präsident hat das Land fluchtartig verlassen, und Stabilität ist seither nicht in Sicht, zumal in der im Hauruck-Verfahren gebildeten Übergangsregierung wohl erneut eine Reihe an Ministern aus der bei den Tunesiern verhassten Partei RCD vertreten sein werden.

Am 13. Januar erfassten die Proteste auch die Stadt Hammamet und damit erstmals einen der Zentren des tunesischen Tourismus, an dessen Strand sich in der Sommersaison zahlreiche Touristen aus aller Welt tummeln. Nachdem bereits die meisten deutschen Urlauber in den vergangenen Tagen nach Hause zurück gebracht wurden, haben die führenden in Deutschland tätigen Reiseveranstalter, darunter TUI, Rewe Touristik, Thomas Cook und Alltours, ihr Tunesien-Angebot zunächst bis mindestens 15. Februar aus dem Programm genommen. Bereits gebuchte Reisen können in der Regel kostenlos umgebucht werden.

Tunesien erwirtschaftet etwa 12 Prozent seines jährlichen Brutto-Inlandsprodukts mit dem Tourismus, insbesondere in den Küstenorten der Provinzen Nabeul, Sousse und auf der Insel Djerba. Aktuell sind nur wenige ausländische Gäste im Land, da die Saison in der Regel erst im März/April beginnt. Wie sich die aktuellen Proteste auf das Buchungsverhalten auswirken werden, hängt von der weiteren Entwicklung der politischen Lage in Tunesien ab. Aktuell gilt eine nächtliche Ausgangssperre, die Polizeikräfte im Land sind in zahlreichen Städten noch immer nicht in der Lage, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Für die ohnehin angeschlagene Wirtschaft Tunesiens dürften Einbrüche bei den Gästezahlen schwere Folgen haben, zumal viele der gut ausgebildeten Akademiker – sie sind ein wesentlicher Pfeiler der aktuellen Protestbewegung – sich bisher aufgrund der grassierenden Arbeitslosigkeit mit Jobs im Gastgewerbe über Wasser gehalten haben.

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